Grüne werfen Bunker-Investor Intransparenz vor ……warum?

Lange Zeit war es ruhig um das Projekt zur Aufstockung des Feldbunkers geworden und Einige aus dem Viertel haben sicher schon eine kleine Hoffnung keimen sehen, dass dieses Investoren-Ungetüm am Karoviertel und an St. Pauli doch noch spurlos vorbeizieht.

Ein Vorbild für einen sinnvollen Rückzug aus einem sinnlosen Projekt gibt es ja direkt nebenan zu bewundern: die Rindermarkthalle wäre – nach Investoren- und damaligen Politikerwünschen – von der St. Pauli Music Hall, einer Veranstaltungshalle für ca. 4.000 Personen, wohl platt gemacht worden,…wenn nicht, ja wenn nicht der deutliche Widerstand aus dem Viertel bei der Politik spät, aber nicht zu spät, doch noch ein Umdenken ausgelöst hätte.

Also, es geht: „Eventbunker, Megaprojekt, Luxushotel, etc. – Ruhe in Frieden“ – ist okay für uns.

Nein ….nun meldet sich plötzlich Dr. Michael Osterburg von den „Grünen“ im Bezirk Hambug-Mitte. Warum?

Die WELT schreibt gestern ausführlich über zahlreiche Probleme, die dem Investor der Bunker-Aufstockung, Thomas Matzen, offenbar zu schaffen machen. So what? Feldbunker.de hat das erwartet und darüber viel geschrieben. Doch das wurde – auch von den Grünen im Bezirk Hamburg-Mitte – ausgeblendet.

Nun also, nachdem die vielen verdeckten Schwierigkeiten und Ungereimtheiten des Projektes nicht mehr durch die PR-Brille betrachtet werden können und allmählich sichtbar werden, ….ja, nun wäre ein stiller, gesichtswahrender Rückzug aus dem Projekt gar keine schlechte Idee, …doch nun meldet sich Dr. Michael Osterburg wie aus einem Sekundenschlaf erwacht, mahnt die Umsetzung des ungeliebten Projektes an und erinnert an hohe Vertragsstrafen, falls sich der Baubeginn weiter verzögert. Warum?

Jeder in Hamburg weiß – auch die Grünen – dass die Bunker-Aufstockung sehr umstritten ist. Die Eventisierung und Kommerzialisierung von St. Pauli geht immer mehr Menschen auf den Geist. Der FC. St. Pauli, der lange Zeit ein Feigenblatt für das Projekt war, ist abgesprungen, Gleiches gilt für die vom Investor ausgesuchte Luxus-Hotelbetriebs-Gesellschaft DSR-Holding, die nach Prüfung der Immobilie (oder des Investors?) lieber das Weite gesucht hat.
Der Denkmalschutz schämt sich für seine damalige Genehmigung und will lieber nicht auf diese Peinlichkeit in der Öffentlichkeit angesprochen werden. Der Dachgarten funktioniert nicht, wie ursprünglich versprochen, das Planungs- und PR-Büro Interpol, die das Projekt angeschoben haben, und Hr. Matzen haben sich vor Gericht gestritten und getrennt….und nun soll offenbar ein bislang unbekanntes Architekten-Büro aus Freiberg in Sachsen mit Namen „Phase 10“ die verfahrene Lage meistern?

Okay, vielleicht ist das Büro aus Freiberg in Sachsen wirklich toll. Also, warum heißt das Büro „Phase 10“? Antwort auf der Website des Büros: „Positiv Handelnde Architekten, Sportler und Energetiker, die mindestens 10 Lösungen für erfolgreiche Projekte finden.“ ….Puh! Noch Fragen?

Also, liebe „Grüne“, lieber Herr Osterburg: „Was ist denn an der Bunker-Aufstockung aus heutiger Sicht noch wirklich gut?“

Das Ding hat sich schrittweise entzaubert und zerlegt. Das kann man so hinnehmen, ist auch nicht schlimm. Wir werden das Projekt in St. Pauli bestimmt nicht vermissen. Die aktuelle Erinnerung der „Grünen“ bezüglich der Bauverzögerungen und die Anspielung auf eine mögliche Vertragsstrafe würde man wohl eher von einer Mehr-Beton-und-mehr-Event-Befürworter-Partei erwarten ….das macht die ganze Sache nun wirklich nicht besser, sorry!

Wir bleiben dran….und geben die Hoffnung nicht auf, dass die „Grünen“ ihre Position bei einem „Karottensaft aus Bodenhaltung“ einfach noch mal auf ganz natürliche Weise überdenken.

Aktueller Artikel aus der WELT vom 11.12.2018:

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article185361216/Umstrittener-Dachgarten-Gruene-werfen-Bunker-Investor-Intransparenz-vor.html

Zum Thema, wie in St. Pauli massive Investorenprojekte aus dem Nichts auftauchen…und verschwinden.
Bericht aus der TAZ über die St. Pauli Music Hall vom 12.4.2010: http://www.taz.de/!5144225/

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