Rad-Demo gegen Ver-Kommerzialisierung städtischer Bauwerke

Einladung aus dem Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg zur
Fahrrad-Demonstration am Montag, 10. Juli 2017, 19 Uhr:

Fahrrad-Demo: Route

Gegen die Abriss- und Verkaufspolitik des Senats!
Eine andere Stadtentwicklung muss her!

Im Schatten des G20-Gipfels zurrt der Senat seine Stadtentwicklung fest, die weiterhin mit der Privatisierung und Abrissen (ehemals) öffentlicher Gebäude einhergeht. Am kommenden Mittwoch, den 12. Juli, soll in der Hamburgischen Bürgerschaft der finale Schlussakt für den Feldbunker am Heiligengeistfeld vollzogen werden: Rot-Grün will den Plan absegnen, das Kriegsmahnmal in einen anderthalb mal so hohen Eventturm nach aberwitzigen Vorstellungen des Investors umzuwandeln. Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen die als Denkmal geschützten vier City-Hochhäuser am Klosterwall, die abgerissen und durch einen profitablen Neubau ersetzt werden sollen, natürlich auf rechtzeitig privatisiertem Boden.

Das gleiche Bild im Münzviertel, wo die ehemalige, zwischenzeitlich vom alternativen Kulturprojekt KOZE genutzte Hörgeschädigtenschule zwangsgeräumt wurde. Und nicht zuletzt die legendäre Schiller-Oper in S. Pauli, bei der der Senat über Jahre tatenlos zugesehen hat, wie das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Gebäude nach und nach verrottete, bis der Privateigentümer jetzt den Antrag stellte, den Denkmalschutz aufzuheben, um den Bau abreißen zu können.

In allen vier Fällen wurden die Vorstellungen zum Erhalt der Gebäude im städtischen Eigentum, zur Sanierung mit Blick auf eine soziale und kulturelle Nutzung und zur Sicherung der historischen Bedeutung wie des Denkmalschutzes mit Füßen getreten. Die ach so Freie Privatisierungs- und Abrissstadt Hamburg, sie feiert nach Senatsmanier fröhliche Urständ!

 

Wir dagegen fordern eine andere Stadtentwicklung, eine Stadtentwicklung, die

* vom Verkauf städtischer Objekte absieht,

* der Sanierung deutlich Vorrang einräumt vor Abriss und teurem Neubau,

* der historischen Bedeutung der Gebäude und dem Denkmalschutz gerecht wird,

* öffentliche Gebäude für soziale und kulturelle Projekte umnutzt,

* den Dialog auf Augenhöhe mit den örtlichen Initiativen sucht und

* die endlich Abstand davon nimmt, öffentliche Flächen und Gebäude zu lukrativem Privateigentum zu verwursten.

 

Fahrrad-Demonstration Montag, 10. Juli 2017,

19.00 Uhr: Auftaktkundgebung vor dem City-Hof, Klosterwall, mit Marco Alexander Hosemann

19.20 Uhr: Hörgeschädigtenschule, Münzstraße, mit Günter Westphal

19.50 Uhr: Feldbunker Heiligengeistfeld, Feldstraße, mit Mario Bloem

20.15 Uhr: Abschlusskundgebung vor der Schiller-Oper, Bei der Schilleroper, mit Ulrike Petersen

Hamburg, den 9.7.2017: Netzwerk Recht auf Stadt Hamburg; Feldbunker-Initiative; Schiller-Oper-Initiative; City-Hof e.V.; Stadtteilinitiative Münzviertel

 

SOS Schiller-Oper: Abriss verhindern! – Denkmal erhalten! – Offenlegung der Pläne!

Die Anwohner-Initiative Schiller-Oper fordert die politisch Verantwortlichen auf, die Schiller-Oper zu erhalten und ihrer Denkmalschutzpflicht nachzukommen! Die Befreiung aus dem Denkmalschutz und der Abriss der Schiller-Oper müssen ein für alle Mal vom Tisch! Die Pläne und Gutachten der Eigentümerin Schilleroper Objekt GmbH müssen endlich den Bürgerinnen und Bür­gern offen gelegt werden!

Schiller-Oper-Initiative

 

Für die Schaffung eines Sozio-Kulturellen Zentrums!

Die Stadtteilinitiative Münzviertel fordert seit Jahren im Rahmen des „Fördergebiets Münzviertel (RISE)“ keinen weiteren Verlauf von städtischen Grundstücken rund um den Hauptbahnhof. Unser Ziel ist es, dass die Stadt eine soziale Stadtentwicklung betreibt, die den sozialen Erfordernissen des Hauptbahnhofs Rechnung trägt. Deshalb fordert die Initiative weiterhin die Einrichtung eines „Sozio~Kulturellen-Zentrums“ im alten Gebäude der ehemaligen Schule für Hörgeschädigte, wie dieses in dem Kaufvertrag zwischen Stadt und Projektentwickler HBK festgeschrieben wurde.

Stadtteilinitiative Münzviertel

 

City-Hof: Zurück auf Los!

Der City-Hof e.V. appelliert an den Hamburger Senat Abstand von der geplanten Privatisierung des City-Hofs und der Neubebauung des Areals am Klosterwall zu nehmen. Das ist noch möglich

und denkbar einfach: So steht dem Investor AUG. PRIEN das Recht zum Rücktritt vom Grundstückskaufvertrag mit der Stadt zu, wenn das Denkmalschutzamt Hamburg den Abriss des Kulturdenkmals versagt – bzw. versagen darf.

Weder das Ergebnis des städtebaulich-hochbaulichen Wettbewerbs noch die anderen bisher bemühten Argumente legitimieren den Abriss des City-Hofs. Wenn der Hamburger Senat das Gesicht Hamburgs wahren und hinsichtlich seiner Ziele einer sozialen und ökologischen Stadtentwicklung in Hamburg glaubwürdig bleiben will, muss er zurück auf Los, bei (Phase) Null neu anfangen und mit den Bürger*innen unserer Stadt öffentlich und ergebnisoffen über die Vor- und Nachteile einer Privatisierung sowie Sanierung oder Neubau an diesem Standort diskutieren.

City-Hof e.V.

 

Für den Erhalt des Feldbunkers in seiner heutigen Form!

Die Feldbunker-Initiative spricht sich für den Erhalt des Bunkers in seiner heutigen Form und gegen die Aufstockung mit einem Hotel und einer Event-Halle aus. Die Aufstockungspläne des Private-Equity-Spezialisten Prof. h.c. Matzen sind kein Ergebnis eines Bürgerbeteiligungsprozesses sondern reine Investorenplanung. Denkmalschutz und Baurecht wurden ausgehebelt und das vermeintliche Versprechen, einen Park für die Öffentlichkeit bauen zu wollen, diente lediglich dazu, eine Baugenehmigung für die massive Aufstockung zu erhalten und darüber hinaus auch noch die Erbpachtkosten für 99 Jahre einzusparen.

Auf Grund der Größe und Bedeutung des Bunkers hätte aus Sicht der Initiative eine neutral moderierte Bürgerbeteiligung die Grundlage jedweder Planung sein müssen. Dieser Wunsch wurde jedoch bislang von Rot-Grün in auffälliger Weise ignoriert.

Nun steht also ein Private-Equity-Bauprojekt in der Bürgerschaft zur Entscheidung, bei dem unter einer dünnen PR-Schicht eines vermeintlich grünen Hügels ein graues Investorenmonster auf seine profitable Chance für die nächsten 99 Jahre wartet. Gibt es noch einen Funken Hoffnung auf ein Umdenken bei Rot-Grün? Wir glauben schon.

Feldbunker-Initiative

 

Fotomontage: City-Hof