Kahlschlag am Feldbunker

Investor will 14 Bäume fällen

Über ein Schreiben des Bezirksamtes Hamburg Mitte wurde vor wenigen Tagen bekannt: Für den Bauantrag zur Aufstockung des Feldbunkes sollen 14 Bäume an der Feldstrasse gefällt werden.
Warum die umfangreiche Fäll-Aktion sein muss, ist für die Feldbunker-Initiative nicht nachvollziehbar.
Das Bauvorhaben, dass die PR-Strategen des Investors immer wieder gekonnt als „Begrünungsprojekt“ in die Medien brachten („Bunker wird grün“, „Der grüne Bunker“, „Stadtgarten auf dem Bunker“, „Der grosse grüne Bunker kommt doch“, „Ein Garten auf dem Bunker“, „grünes Licht für grünen Bunker in St. Pauli“, „Warum das Dach des Feldstrassenbunkers begrünt wird“, „100 Bäume aufs Bunkerdach“, „Wenn Bunker zu Gärten werden“) soll nun offenbar mit einem Kahlschlag beginnen.
Die Abholzung lässt uns und sicher auch viele Anwohner erneut erheblich zweifeln an der Ernsthaftigkeit der „Grünstrategie des Investors“, an der „rot-grünen Prinzipientreue“ der politischen Vertreter im Bezirksparlament Hamburg-Mitte und an der Glaubwürdigkeit der Befürworter-Gruppe Hilldegarden e.V..
Klarer wird nun aber auch, warum der Investor und das Bezirksamt Hamburg-Mitte den Bauantrag des Investors vor einer Genehmigung auf keinen Fall veröffentlichen wollten. Verständlich auch, warum der Bezirk Hamburg-Mitte nicht dazu bereit war, eine transparente, mehrstufige Bürgerbeteiligung über ein öffentliches Bebauungsplanverfahren zu ermöglichen.
Unverständlich bleibt, warum gerade der Kiez-Club FC St. Pauli sich vom Investor hat einkaufen lassen und das Lockangebot, eine Event- und Sporthalle in über 50 m Höhe in Zukunft „günstig?“ mieten zu können, über das Interesse der  Nachbarschaft gesetzt hat. Denn die Nachbarschaft muss nun die Probleme ausbaden: ein massives Bauprojekt, zusätzliche Touristenströme und jetzt auch noch den Baum-Kahlschlag. Hallo Kiez-Club, wir hoffen, ihr seid nun endlich wach!

Ist nun also alles zu spät?

Nein, offenbar wird über das „Mega-Bauprojekt der Bunker-Aufstockung“ in der Hamburgischen Bürgerschaft abgestimmt. Der Investor braucht ja noch seine Pacht-Verlängerung, damit sich das alles lohnt. Wir erwarten, dass die Abstimmung in der Bürgerschaft noch vor den Sommerferien passiert. Vielleicht während des G20-Gipfels, wenn alle kritischen Medien abgelenkt sind.

Was können wir jetzt tun?

  1. Wir können gegen den Bauantrag vor Gericht klagen, denn über die Rechtmäßigkeit einer Baugenehmigung nach §34 BauGB, bei der sich das Bauvorhaben in die Umgebung einzufügen hat, kann man sicherlich mit vielen guten Gründen auch bei Gericht punkten. Die Feldbunker-Initiative wird deshalb, sollte die Bürgerschaft das Projekt nicht doch noch stoppen – eine Crowdfunding-Kampagne starten. Wenn ihr über den Start der Crowdfunding-Kampagne informiert werden möchtet, dann tragt Euch in unseren Newsletter ein.
  2. Wir können Falko Droßmann, den Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, befragen. Er will am Dienstag, den 25.4.2017, um 19:00 Uhr ins Centro Sociale im Karoviertel zum Quartiersbeirat kommen. Hier möchte er gerne Fragen aus dem Karoviertel beantworten. Themen haben wir ja genug.

Vielleicht gibt’s also doch noch ein spätes Einsehen auf politischer Ebene…die Bäume an der Feldstrasse würden sich sicherlich freuen.

Feldbunker.ini

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