Nordsupport Fanclub des FC St. Pauli gegen Bunkeraufstockung

nord-supportDer Nordsupport ist ein seit vielen Jahren aktiver Fanclub des FC St. Pauli der in der Nordkurve des Millerntorstadions für Stimmung und lautstarke Fan-Unterstützung bei den Heimspielen des FC St. Pauli sorgt. Im Stadion wird regelmäßig die „Wetterseite“ verteilt, In der 89. Ausgabe setzte sich der Fanclub mit der Rolle des FC St. Pauli bei der Bunkerverschandelung auseinander und erzählt:

Die Geschichte von der Pyramide

Unübersehbar steht er hinter der Nordkurve – der Bunker an der Feldstraße. 1942 von Zwangsarbeitern erbaut, wurde er nach dem Krieg für unsprengbar befunden und ist seitdem – bis in die 90er Jahre schwarz vom Ruß des Feuersturms – ein monströses Mahnmal für die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig ist er für die Anwohner und für uns alle ein gewohnter Anblick und Bestandteil des Stadtbildes. Vor einiger Zeit kam nun der Investor Thomas Matzen auf eine geniale Idee: Er wollte den Bunker aufwerten“, nämlich mit einem pyramidenförmigen Aufbau, der den Bunker auf das Doppelte seiner Höhe anwachsen lassen würde. Um die Anwohner für sein pompöses Projekt einzunehmen, versprach er ihnen einen Park auf der Pyramide und stellte das Vorhaben so als gemeinnützige Wohltat für das Viertel dar.

Doch die St. Paulianer ließen sich nicht täuschen und lehnten den Hotelbau – denn darum ging es eigentlich – ab. Auch das Denkmalschutzamt war dagegen, und die Bezirksversammlung wollte statt fünf nur drei Etagen genehmigen. Da kam Matzen eine neue Idee: Er versprach dem FC St. Pauli eine Sporthalle auf dem Bunker. Sporthallen sind knapp, auch unser Verein leidet darunter. Also sagte unser Präsidium: Naja, die Pyramide rnag ja hässlich sein, und auch das Viertel ist dagegen – aber so eine neue Sporthalle würde uns allen helfen.

Am nächsten Tag stand es in allen Zeitungen: Der FC St. PauIi befürwortet die Aufstockung des Bunkers! Jetzt ließ sich auch die Bezirksversammlung überzeugen und befürwortete den Bau, und weil eine Sporthalle und ein Hotel nicht auf drei Etagen passen, wurden doch fünf Etagen genehmigt. Der Traum des Investors wird in Erfüllung gehen.

ln dieser Geschichte spielt der FCSP die Rolle des nützlichen Idioten: ln der arroganten Annahme, rnan wisse besser als die Bewohner, was gut für das Viertel ist, hat man sich von einem Investor benutzen lassen. Die Stimme des Vereins war ausschlaggebend für die Zustimmung des Bezirks. Was man dort nämlich wusste, hatte man hier am Millerntor vergessen: Die Schaffung öffentlicher Sportflächen ist Aufgabe der Stadt. Durch die Anbiederung an den Investor wurde die Stadt von dieser Verantwortung befreit. Den Preis dafür zahlt das Viertel!

zitiert nach:

nordsupport_bunkerpyramide

 

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