Hölle, Hölle, Hölle: Die unrühmliche Rolle des FC St. Pauli

bunker_hoelle

Moin, Moin,

„überraschende Wende“ beim Bauprojekt Feldbunkeraufstockung meldet die Presse. Offenbar kippte die rot-grüne Mehrheit im Bauauschuss des Bezirksparlamentes Hamburg-Mitte den eigenen Beschluss der Rot-Grünen Koalition im Bezirksparlament. Der sah eine Reihe von Auflagen für den Investor vor. Knackpunkt: die Bezirkspolitiker wollten allenfalls eine dreigeschossige Bebauung genehmigen. Nun soll doch fünfgeschossig bebaut werden, man hat neue Argumente gefunden und angeblich einen „tragfähigen Kompromiss“. Nicht mit den Anwohner*innen, sondern mit dem Investor.

Eine ungute und unrühmliche Rolle in diesem Geschacher spielt der „Cultclub“ und „Stadteilverein“ FC St. Pauli. Der möchte gern vom Investor Matzen eine „Sporthalle“ auf dem Bunkerdach anmieten. Die soll im Kern des 1.+ 2. Stocks der Betonpyramide entstehen.

Bei einer „nur“ dreigeschossigen Aufstockung sei der Bau der Halle nicht möglich, erklärte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, dann fehle es an der benötigen Höhe, die eine Sporthalle brauche. Übersetzt heißt das: der Investor baut keine 2-geschossige Halle, wenn er nur dreigeschossig aufstocken darf. Dann gibt es halt nur einen eingeschossige Veranstaltungshalle, die für Sport nicht taugt. Sonst müsste er nämlich seine Gewerbeflächen eindampfen und könnte keinesfalls 150 Hotelzimmer realisieren.

So wird die Sporthalle, zum zentralen Rechtfertigungsgrund für Kapitalinteressen. Kriegt der Investor fünf Geschosse, kriegt der „Stadtteil“ angeblich „seine“ Sporthalle. Nachdem die Begrünerung von Fassade und Dach nicht ausreichten, die Anwohnerproteste verstummen zu lassen, hat man im Bezirk jetzt ein neues Argument für das Allgemeinwohl entdeckt.

Die Stadt Hamburg ist nicht in der Lage den Stadteil St. Pauli mit ausreichend Sporthallen zu versorgen, dafür sollen private Investoren sorgen, die dabei die Gegend verschandeln und für zusätzliche Belastungen der Bewohner*innen sorgen?

Niemandem wird etwas geschenkt, wenn der Spinathügel kommt, schon gar nicht den Anwohner*innen. Alles ist eingepreist, alles wird und muss sich bezahlt machen. Es geht um eine kommerziell bewirtschaftete und privat finanzierte Mulitfunktionshalle, die teilweise und solange vom FC St. Pauli angemietet wird, wie er sich dies leisten kann. Nach zuverlässigen Informationen, die sich auch jede selber ausrechnen kann, handelt es sich um eine Jahresmiete von mehreren hunderttausend EUR.

Was passiert wenn der FC St. Pauli finanziell klamm wird, in die 3. Liga absteigt usw. … das weiß der Geier … oder der Investor …

Herzlich entsetzte Grüße

Martin Stoll-Hafkus

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